Marktplatztypen, die sich mit Sharetribe bauen lassen: Beispiele und Ideen
Nachdem wir mehr als 30 Marktplätze auf Sharetribe gebaut haben, wissen wir: Die besten Ideen entstehen aus persönlichem Frust. Jemand findet nicht die passende Ausrüstung zum Mieten. Jemand anderes sieht Räume, die leer stehen und nichts einbringen. Aus solchen alltäglichen Ärgernissen werden Unternehmen.
Was lässt sich mit Sharetribe bauen? Ich zeige Ihnen, was in der Praxis funktioniert. Wenn Sie selbst auf Sharetribe bauen möchten, lesen Sie, wie unsere Sharetribe-Entwickler arbeiten.
Mietmarktplätze sind die Umsatzbringer
Stellen Sie sich eine Fotografin vor, deren Kameraausrüstung im Wert von 5.000 EUR an 350 Tagen im Jahr ungenutzt herumliegt. Gleichzeitig geben Hobbyfotografen ein Vermögen für Technik aus, die sie zweimal benutzen.
Angenommen, sie startet einen Marktplatz nur für Kameras und Objektive. Die Nutzer fragen immer wieder nach Drohnen, Lichttechnik und Stabilisatoren. Nimmt sie diese ins Angebot auf, könnte sie sechs Monate später Vermietungen im Wert von 15.000 EUR im Monat abwickeln.
Das funktioniert, weil Menschen beim Mieten Privatpersonen mehr vertrauen als Verleihfirmen. Privat zu mieten ist günstiger und flexibler, und oft gibt es kostenlose Tipps von erfahrenen Besitzern dazu.
Was sich gut vermieten lässt
Fotoausrüstung bringt die höchsten Erträge. Rechnen wir mit 100 EUR Miete pro Tag für eine Profikamera. Ist sie jedes Wochenende gebucht, sind das 8 oder 9 Tage im Monat, also etwa 870 EUR im Monat. Drohnen sind Goldgruben. Eine Profidrohne könnte sich für 75–150 EUR pro Tag vermieten lassen.
Outdoor-Ausrüstung folgt dicht dahinter. Dachboxen fürs Auto, Campingzubehör, Skiausrüstung. Alles, was saisonal und teuer ist. Diese Kategorien laufen gut, weil die Gegenstände den größten Teil des Jahres ungenutzt bleiben und die Kunden sie nur für ein paar Tage brauchen.
Partybedarf ist eine weitere Möglichkeit. Denken Sie an hochwertige Lautsprecher, Beleuchtung und Dekorationspakete. Stellen Sie sich einen Marktplatz vor, der sich auf Hochzeitsdekoration spezialisiert. Eine Bestellung für ein Wochenende könnte dort im Schnitt 300 EUR kosten.
Was Sie früh einplanen sollten
Versicherung und Kautionen. Daran scheitern die meisten Marktplätze, die in Eigenregie entstehen. Mieter haben Angst, etwas kaputt zu machen. Besitzer haben Angst vor Diebstahl.
Wir haben einen Marktplatz zum Teilen von Gegenständen in einer Community gebaut und einen weiteren für motorradfreundliche Unterkünfte. In beiden Fällen müssen Vertrauensfragen und Kautionsabläufe früh geklärt werden.
Marktplätze für Dienstleistungen wachsen stetig
Nehmen wir einen freiberuflichen Designer, der den Unterbietungswettlauf auf Upwork satthat. Er kennt Dutzende talentierte Fachleute, die viel können, aber auf der falschen Plattform sind.
Sein Marktplatz könnte sich auf eine Stadt konzentrieren, und jede Fachkraft dort würde ausnahmslos mindestens 50 EUR pro Stunde verlangen. Die Plattform nimmt 15 %, und im Gegenzug bekommen die Kunden hochwertige Arbeit und die Fachleute Wertschätzung.
Lokale Dienstleistungen sind Gelddruckmaschinen
Reinigungsdienste sind der Renner. Angenommen, über einen Reinigungsmarktplatz laufen 500 Wohnungsreinigungen im Monat. Bei einer durchschnittlichen Buchung von 80 EUR und einer Plattformgebühr von 12 EUR sind das 6.000 EUR im Monat, mit einer einzigen Dienstleistung in einer einzigen Stadt.
Dienste rund ums Haustier sind Goldgruben. Gassigehen, Tierbetreuung, Fellpflege. PetBacker hat bewiesen, dass das Modell funktioniert. Lokale Varianten florieren, weil Tierhalter Leute aus ihrer Nachbarschaft beauftragen wollen.
Reparaturen und Handwerkerdienste funktionieren, wenn Sie das Vertrauensproblem lösen. Hintergrundprüfungen, Versicherungsnachweise, Fotos der erledigten Arbeit. Würde ein Marktplatz vor und nach jedem Auftrag einen Videorundgang verlangen, könnten die Schadensmeldungen deutlich sinken.
Bildungsmarktplätze skalieren schnell
Stellen Sie sich einen Nachhilfemarktplatz vor, der mit 10 Mathe-Nachhilfelehrern startet. Eltern buchen geprüfte Lehrkräfte für 30 EUR pro Stunde, während Agenturen 60 EUR verlangen. Das spricht sich in den WhatsApp-Gruppen der Eltern herum.
Drei Monate später könnte der Marktplatz 200 Lehrkräfte für 50 Fächer haben. Den großen Unterschied würden Gruppenstunden machen, in denen eine Lehrkraft fünf Schüler zu je 15 EUR unterrichtet. Zusammen zahlen sie 75 EUR pro Stunde, und jedes Elternteil zahlt die Hälfte des Preises für Einzelunterricht. Die Plattform behält 15 % (11,25 EUR), die Lehrkraft verdient also 63,75 EUR pro Stunde.
Ein Marktplatz zum Buchen von Musikunterricht, der Lehrer mit Schülern zusammenbringt. Ein Marktplatz für Tennisbuchungen für die Tennis-Community. Beide wurden auf Sharetribe gebaut.
Marktplätze für Produkte florieren in der Nische
„Wir bauen ein Amazon für Handgemachtes“ funktioniert nie. „Wir bauen einen Marktplatz für handgemachte Keramik in Skandinavien“ schon.
Nehmen wir einen Keramikmarktplatz mit 50 Keramikern und 2.000 Kunden, der 10.000 EUR im Monat umsetzt. Die Zahlen sind klein, aber 25 % Provision auf 10.000 EUR Umsatz, also etwa 83 Bestellungen zu je 120 EUR, ergeben 2.500 EUR Einnahmen im Monat aus einem Nebenprojekt.
Nachhaltige Mode verkauft sich
Allerdings nur mit sorgfältiger Auswahl. Vinted bedient die Masse. Nischenmarktplätze setzen auf Qualität. Die besten Marktplätze für Gebrauchtwaren wählen genau aus, welche Artikel sie aufnehmen. Genau das sorgt für höhere Durchschnittspreise und Stammkunden.
reSound verkauft geprüftes gebrauchtes Musikequipment. Cropsie bringt Gärtner aus der Region mit Käufern zusammen. Beide haben sich eine Nische gesucht, statt über die Menge zu konkurrieren.
B2B-Marktplätze für Produkte sind ein Geheimtipp
Ein Marktplatz für Gastronomiebedarf klingt langweilig, könnte aber 100.000 EUR im Monat umsetzen. Restaurants brauchen spezielle Zutaten, Ausstattung und Verbrauchsmaterial. Lieferanten brauchen Kunden, ohne riesige Vertriebsteams zu unterhalten. Eine Provision von 15 % auf eine Bestellung über 500 EUR bringt mehr als 30 % auf einen Privatkauf über 50 EUR.
Marktplätze für Räume und Flächen sind die unterschätzten Gewinner
Leerer Raum ist verschenktes Geld. Auf dieser einfachen Wahrheit bauen profitable Marktplätze weltweit auf.
Eventlocations erzielen Spitzenpreise
Peerspace hat gezeigt, dass das Modell trägt. Lokale Ableger sind erfolgreich, weil die Suche nach einem Veranstaltungsort mühsam ist. Stellen Sie sich einen Marktplatz vor, der sich nur auf Locations für Fotoshootings konzentriert. Bei einer durchschnittlichen Buchung von 400 EUR für 4 Stunden und 20 % Provision verdient er 80 EUR pro Transaktion.
Räume für Firmenevents schneiden besser ab. Bei einer durchschnittlichen Buchung von 2.000 EUR und derselben Provision von 20 % sind das 400 EUR. Eine Buchung für ein Firmenevent entspricht fünf Buchungen für Fotoshootings.
Lagerraum löst echte Probleme
Neighbor.com hat den Weg gezeigt. Menschen könnten 100 EUR im Monat zahlen, um Kisten in Ihrer Garage unterzustellen. Ein Marktplatz könnte das Modell abwandeln und nur Gegenstände von Unternehmen lagern. Firmen würden dann 500 EUR im Monat für die sichere Aufbewahrung ihrer Dokumente zahlen. Die Preise sind höher, und die Kunden machen weniger Ärger.
Parkplätze sind die Chance, die alle übersehen
Die Chance liegt in monatlichen Parkplatz-Abos. Büroangestellte zahlen 150 EUR im Monat für einen fest reservierten Stellplatz. Gebäudeeigentümer bieten ungenutzte Plätze an. Ein Marktplatz mit 500 solcher Stellplätze käme auf 75.000 EUR Transaktionsvolumen im Monat und bei 15 % Provision auf etwa 11.000 EUR Einnahmen. Der Betrieb kann dabei vollständig automatisiert laufen.
Marktplätze für Buchungen
Für Bergzeit haben wir einen Marktplatz für Bergtouren gebaut, mit individuellem Design, auf ein Jahr verlängerten Off-Session-Zahlungen und SEO-Optimierung. Ein weiterer Marktplatz für Outdoor-Aktivitäten, an dem wir gearbeitet haben, hat zusätzlich eine Kartenansicht und eine FareHarbor-Integration. Beide zeigen, wie sich ein Buchungsmarktplatz auf eine bestimmte Zielgruppe zuschneiden lässt und trotzdem schnell auf Sharetribe live gehen kann.
Das Geld liegt bei B2B-Marktplätzen
Vergessen Sie Privatkunden. Unternehmen geben deutlich mehr aus und beschweren sich weniger.
Fachdienstleistungen im großen Stil
Stellen Sie sich einen Marktplatz vor, der Unternehmen mit Beratern zusammenbringt. Liegt der durchschnittliche Projektwert bei 15.000 EUR und die Plattformgebühr bei 10 %, bringt eine einzige Transaktion 1.500 EUR ein. Vergleichen Sie das mit Marktplätzen für Privatkunden, die Verkäufe von 50 EUR feiern.
Entscheidend ist, konkrete geschäftliche Probleme zu lösen. Rechnungsfactoring, Auftragsfinanzierung, Treuhanddienste. Solche Dienste sind langweilig und profitabel.
Geräte zwischen Unternehmen teilen
Baufirmen besitzen Bagger, die 100 Tage im Jahr im Einsatz sind. Andere Firmen könnten sie für 1.000 EUR pro Tag mieten. Ein Marktplatz für schwere Maschinen könnte zum Beispiel Vermietungen von 500.000 EUR im Monat abwickeln. Bei 8 % Provision wären das 40.000 EUR Einnahmen im Monat.
Medizinische Geräte lassen sich nach einem ähnlichen Modell teilen. MRT-Geräte, Spezialinstrumente, Diagnosegeräte. Krankenhäuser könnten Millionen sparen, und die Eigentümer könnten mit ungenutzten Beständen Geld verdienen.
Modelle, mit denen niemand rechnet
Umgekehrte Marktplätze stellen das Prinzip auf den Kopf
Hier beschreiben die Käufer ihren Bedarf, nicht die Verkäufer ihr Angebot. Handwerksbetriebe geben Angebote für Renovierungsprojekte ab. Designer konkurrieren um Branding-Aufträge. Lieferanten bieten auf Großbestellungen.
Das funktioniert, weil Käufer eine Auswahl bekommen, ohne endlos zu suchen, und Verkäufer qualifizierte Anfragen von Leuten erhalten, die kaufbereit sind.
RecHunt hat das Recruiting umgedreht: Unternehmen beschreiben ihren Bedarf, und Agenturen konkurrieren um den Auftrag. Ein Marktplatz für Gelegenheitsjobs hat dasselbe Modell genutzt.
Abo-Marktplätze sichern Einnahmen
Ein Spielzeugverleih im Abo ist eine Möglichkeit. Eltern könnten 30 EUR im Monat für beliebig viele Spielzeugwechsel zahlen. Kinder bekommen Abwechslung, ohne dass sich zu Hause Spielzeug stapelt, und die Besitzer der Spielsachen erzielen ein stetiges Einkommen.
Mitgliedschaften in einem Werkzeugverleih sind eine weitere Möglichkeit. Mitglieder könnten 50 EUR im Monat für unbegrenzten Zugang zu Werkzeugen zahlen. Wochenend-Heimwerker sparen Tausende, während Werkzeugbesitzer und die Plattform planbare monatliche Einnahmen aus ungenutzten Beständen erzielen.
Community-Marktplätze bauen sich selbst auf
Tauschbörsen für Lehrbücher an Universitäten. Interne Marktplätze in Unternehmen. Werkzeug-Sharing in der Nachbarschaft. Sie setzen auf niedrige Provisionen und viel Vertrauen, und sie wachsen durch Mundpropaganda.
Stellen Sie sich einen internen Marktplatz in einem Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitenden vor, über den Mittagsbestellungen, Parkplatzbuchungen, Schreibtischbuchungen und Geräteausleihen laufen. Die Belegschaft könnte ihn sofort annehmen, ohne Marketingkosten.
So treffen Sie Ihre Wahl
Wählen Sie Ihren Marktplatz anhand von drei Faktoren:
Ihr unfairer Vorteil: Was wissen Sie, was andere nicht wissen? Welche Community vertraut Ihnen? Welches Problem haben Sie selbst?
Wirtschaftlichkeit pro Transaktion: Verdienen Sie an jeder einzelnen Transaktion Geld? Liegt die Plattformgebühr bei 20 %, kostet der Artikel 10 EUR und der Versand 5 EUR, machen Sie Verlust. Kostet eine Dienstleistung 100 EUR ohne Versand, verdienen Sie 20 EUR.
Anbieter, die Sie gewinnen können: Finden Sie die ersten 10 Verkäufer? Die ersten 100? Ohne Angebot haben Sie eine Website, aber keinen Marktplatz dahinter.
Woran Marktplätze scheitern
Zu breit: „Uber für alles“ geht schnell ein. Konzentrieren Sie sich auf eine Sache und machen Sie sie gut, bevor Sie expandieren.
Zu komplex: Gehen Sie mit 5 Funktionen live. Airbnb ist ohne Zahlungsfunktion gestartet und hat erst mehr Komplexität eingebaut, als die Nachfrage belegt war.
Angebot vernachlässigt: Keine Verkäufer = kein Marktplatz. Stecken Sie 80 % Ihrer Energie in das Angebot und 20 % in die Nachfrage. Die Nachfrage folgt meist dem Angebot.
Falsche Preise: Finden Sie heraus, was Nutzer heute schon für ähnliche Leistungen zahlen. 30 % Provision auf Artikel für 20 EUR kann funktionieren. 30 % auf Artikel für 2.000 EUR nicht.
Kein Alleinstellungsmerkmal: „Wie Amazon, nur kleiner“ ist keine Strategie. Was macht Sie besonders? Warum sollte das jemanden interessieren?
Wir haben mehr als 30 Sharetribe-Marktplätze quer durch diese Kategorien gebaut. Was möglich ist, zeigen unsere Referenzprojekte für Marktplätze. Was konkret in diesen Projekten steckt, lesen Sie im Beitrag über praktische Funktionen, die wir für Sharetribe-Marktplätze bauen.